Leibwächter
Im Gegensatz zu zeitlich befristeten Schutzverhältnissen, steht ein Leibwächter meist in ständigem Kontakt mit seiner Schutzperson, sowohl im Privatleben, als auch in der Öffentlichkeit und sorgt somit in allen Bereichen des Lebens seines Klienten für seinen Schutz.
Um für den nahtlosen Schutz seines Klienten zu sorgen, müssen dabei viele Aspekte wie z.B. die Sicherheitsvorkehrungen auf (öffentlichen) Veranstaltungen im Vorfeld bekannt sein und in das eigene Sicherheitskonzept integriert werden. Somit ergibt sich auch ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen dem Leibwächter und allen öffentlichen Schnittstellen seines Klienten.
Leibwächter agieren diskret im Hintergrund
Die “Kunst” eines guten Leibwächters besteht dabei aber vor allem darin, diskret zu agieren, nicht aufzufallen und nur dann einzuschreiten, wenn die körperliche Gesundheit des Klienten in Gefahr geraten könnte. So wäre es bei einem Einkaufsbummel in der Stadt der Sicherheit unzuträglich, wenn der oder die Bodyguards bereits von Weitem erkannt werden und sich somit die Aufmerksamkeit auf den Klienten legt. Bei öffentlichen Veranstaltungen hingegen kann ein proaktives Auftreten von Leibwächtern von Vornherein dafür sorgen, dass potentielle Aggressoren die Leibwächter erkennen und somit von einem für den Klienten schädlichen Verhalten absehen.
Der Leibwächter muss im Zweifelsfall bereit sein, seine eigene körperliche Unversehrtheit für die seines Klienten aufs Spiel zu setzen und eigene Verletzungen in Kauf zu nehmen um den Kunden zu schützen. Dieser Aspekt des Berufsbilds muss selbstverständlich stets “im Hinterkopf” behalten werden, wobei eine professionelle Routine in Standardsituationen meist bereits im Vorfeld Konfliktsituationen erkennen und entschärfen kann. Selbstverständlich drücken sich diese Mehrrisiken im Vergleich zu anderen Berufen auch im Gehalt aus, wobei die hauptsächliche Motivation vieler erfolgreicher Bodyguards nicht darin liegt möglichst viel Geld in kurzer Zeit zu verdienen, sondern einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag mit immer neuen Herausforderungen für Körper und Geist zu bestreiten.
Kampftechniken, Waffen und Transportmittel
Das Berufsbild des Leibwächters ist dabei äußerst vielfältig. Nicht nur müssen verschiedene Fahrzeugtypen auch in Extremsituationen beherrscht werden können, sondern auch der Umgang mit Waffen, waffenlosen Kampfsportarten, die Gewährleistung einer effizienten Kommunikation mit allen relevanten Brückenköpfen einer Operation, exzellente körperliche Fitness, vor allem aber auch die blitzschnelle Analyse von verschiedensten Situationen und darauf aufbauen die “richtige” Handlungsentscheidung tragen zur Sicherheit des Klienten bei. Diese Analysefähigkeit bildet dabei Grundlage einer erfolgreichen Ausbildung, da hier die Entscheidung über die Unversehrtheit des Klienten getroffen wird, ohne dabei aber weder zu “hart”, noch zu “weich” zu agieren und somit einen optimalen Kompromiss zu erzielen, welcher die Sicherheit des Klienten als oberstes Ziel abstellt, aber auch die eigene sowie die Sicherheit der Öffentlichkeit (z.B. Zuschauer bei einer Preisverleihung) berücksichtigt.
Im Gegensatz zum staatlichen Personenschutz haben privatwirtschaftliche Personenschützer keine polizeilichen Befugnisse. Die Ausbildung zum Personenschützer/Leibwächter kann bei durch die IHK geprüften Unternehmen gemacht werden. Der “Verband für Personenschutz e.V.” mit Sitz in Köln bildet dabei für Deutschland den Dachverband.
Die Schweizergarde
Bekanntestes internationales Beispiel für Leibwächter/Personenschützer ist dabei die sogenannte “Schweizergarde”. Bereits im Jahre 1505 gegründet, sorgen Sie bis zum heutigen Tage für die persönliche Sicherheit des Papstes und großer Teile des Vatikans. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist der Film “The Bodyguard”, der vom Leibwächter einer Pop-Musikerin handelt, welcher in der finalen Szene sogar sein Leben für seine Klientin aufs Spiel setzt.